„Der Unterschied zwischen dem richtigen Wort und dem beinahe richtigen ist derselbe Unterschied wie zwischen einem Blitz und einem Glühwürmchen.“

– Mark Twain –

 

Wie versprochen geht es nun weiter mit unserer Lektorin Iris Bachmeier. Die Königin der Worte und mein Engel Nummer Eins aus der Reihe „Drei Engel für Katja“ 🙂

 

Genau wie für mich, sind Bücher aus Iris’ Leben nicht wegzudenken, allerdings hat sie schon 2003 angefangen, ihre Leidenschaft für die Sprache auch beruflich zu nutzen. Neben ihrer damaligen Tätigkeit als Seminarreferentin und Projektleiterin kümmerte sie sich zuerst um das Korrektorat und bald darauf um das Lektorat bei einem Kleinverlag.

Katja Zimiak - Gründerin der Bücherklinik für Selfpublisher

Damit war der Grundstein gelegt, weitere zufriedene Auftraggeber kamen dazu und Iris eignete sich das Know-how und die Routine an, von der „ihre“ Autoren heute profitieren.

Wir beide lernten uns 2013 kennen, da kam sie als Lektorin zu Stuber Publishing und erwies sich schnell als große Bereicherung für die Verlagsgruppe. Auf ihrem Tisch landeten alle eingereichten Manuskripte. Mit ihrem Adlerauge für gute Bücher und Autoren mit Potenzial war es ihre Aufgabe, zu entscheiden, welches Buch ins Verlagsprogramm aufgenommen wurde.

Ehrlich gesagt würde ich diesen Job um nichts in der Welt haben wollen. Zu entscheiden, wer Potenzial hat, erfordert jede Menge Fachwissen und das richtige Fingerspitzengefühl. Daher bin ich froh und dankbar, dass Iris nun Teil meiner Bücherklinik ist. Mit über 15 Jahren Erfahrung als Lektorin ist sie mein Goldnugget, wenn es um Sprache und Stil geht. Und sie ist da auch schonungslos offen.

Ich habe ihr einmal ein altes Manuskript von mir geschickt und um ihre Meinung gebeten. Ich werde nie vergessen, wie am Boden zerstört ich war, als ich den ersten Satz in ihrer E-Mail las: „Ich bin jetzt ungefähr bei der Hälfte angelangt und ganz ehrlich – bitte nimm es mir nicht übel –, das ist reine Zeitverschwendung. In dieser Form wird das nix.“ 😀 Natürlich hat sie mir dann ganz genau erklärt, wo es hapert und was zu tun ist, und mit etwas Abstand bin ich froh, dass ich dieses Buch nicht veröffentlicht habe. 😀

Aber seien wir mal ehrlich: Was bringt uns denn Bauchpinselei, wenn unsere Schreibe im Grunde genommen der größte Mist des Jahrhunderts ist und es uns niemand sagt? Wie sollen wir besser werden und dazulernen, wenn jeder uns schmeichelt und es dann am Ende harsche Kritik und schlechte Bewertungen hagelt?

Und das ist vielleicht Iris’ größte Stärke: Für sie geht es beim Lektorat darum, die Autoren in ihrer handwerklichen Entwicklung zu fördern und zu unterstützen. Ihre ehrliche und direkte Art ist jederzeit konstruktiv und hilfreich. Iris hat schon vielen Verlagsautoren und Selfpublishern zu besseren Büchern verholfen – allein seit wir uns kennen, hat sie sage und schreibe mehr als 130 Werke bearbeitet. Ihre Anmerkungen sind zuweilen recht lustig, gerade wenn man mit dem Kopf auf Logikfehler gestoßen wird oder – wie bei mir – einfach vergessen hat, den Satz zu Ende zu schreiben. 😀

Solche Dinge passieren schnell und jeder Autor, der glaubt, sein Werk selbst lektorieren oder korrigieren zu können, ist schief gewickelt. Man ist betriebsblind dafür. Das wäre fast, wie als Bäcker die Elektroinstallation eines Hauses zu machen. Und nur weil es Programme gibt, die Fehler finden, heißt das noch lange nicht, dass auch alle gefunden werden. Logikfehler, wechselnde Zeitformen oder falsch verwendete Begriffe kann eine Software eben nicht beheben, geschweige denn den Satzbau glätten oder gar den Schreibstil optimieren.

Wenn du also möchtest, dass dein Buch professionell beim Leser ankommt, solltest du unbedingt mit Iris zusammenarbeiten!

Meine erste Kurzgeschichte

 

 

Persönlich getroffen haben wir uns dann 2014 bei unserem ersten Verlagstreffen in Berlin. Wie man sieht, sind wir kein Stück gealtert. 😉

Was kann ich noch über Iris sagen? Hm, mal nachdenken …

Sie lebt mit ihrer Familie im wunderschönen Niederbayern. Der krasse Gegensatz zu meiner Küstenlandschaft. 😀 Es ist dadurch nicht gerade einfach, sich mal eben schnell auf einen Kaffee zu treffen, aber dank dem Internet ist ein virtuelles Treffen immer schnell organisiert.

Wenn möglich, geht Iris gerne auf Buchmessen und mischt sich dort unter die Leute. Sie findet immer jemanden, den sie kennt. Bei der Menge an lektorierten Werken, sollte man meinen, sie kenne jeden Autor auf den Messen persönlich.
Privat gilt ihre große Liebe dem Horrorgenre, insbesondere ist sie seit Jahrzehnten mit Leib und Seele Fan von Clive Barker. Seit 2015 übersetzt Iris übrigens auch erfolgreich englischsprachige Romane – umso mehr hat es uns alle gefreut, dass vor Kurzem ein Lebenstraum für sie in Erfüllung gegangen ist: Bald erscheint ein neues Werk von Barker, das sie übersetzt hat.

Ansonsten hat Iris jede Menge – oft recht schwarzen – Humor, wie eigentlich unser ganzes Team. 😀 Ich glaube, wir hätten uns auch nicht zusammengetan, wenn wir nicht den gleichen Sinn für Humor hätten. Für uns gehört der Spaß an der Arbeit einfach dazu.

Meine Iris überzeugt aber nicht nur mit Fachwissen und Humor, sondern auch durch ihre herzliche und soziale Art. Wenn jemand Hilfe braucht, dann ist sie immer zur Stelle. Ich glaube, ich nähe ihr mal einen roten Umhang, dann kann sie bei jedem Hilfeschrei von mir rübergeflogen kommen. 😉

Ich hoffe, ihr habt noch nicht genug von uns, denn beim nächsten Mal stelle ich euch den zweiten meiner drei Engel vor: Claudia Sperl, die Hüterin des guten Geschmacks und Herrin der Farben.